Geschichte & Infos

Wappen

“In rotem Schild ein goldener Roßkamm, bedeckt mit einem Lebensbaum, dieser beseitet von je einem einwärts steigendem Roß”

Aus den geschichtlichen Aufzeichnungen geht hervor, dass im Westen der Gemeinde im 19. Jahrhundert ein Eisenhammer betrieben wurde. Als Vorläufer wurde in den Statistiken von 1833 die Nürnberger-Waren-Fabrik genannt. Als Nürnberger Waren wurden verschiedenste Gebrauchswaren des gehobenen Bedarfs bezeichnet, darunter auch solche, die aus Messing hergestellt wurden. Die Bauern waren zur Zeit des Eisenhammers zu vielfacher Fuhrrobot verpflichtet.

Aus diesen geschichtlichen Aufzeichnungen entwarf Dr. Heinrich Purkarthofer das nunmehr vorliegende Wappen der Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen. Der Rosskamm aus Messing wurde als Schmuck von den Bauern in das Kummet des Leitrosses angesteckt.

Dr. Purkarthofer bei der Vorstellung des Wappens anlässlich einer Bürgerversammlung:

„Einen Rosskamm als Wappenfigur für Loipersdorf-Kitzladen zu wählen, lässt sich derart zwanglos aus der Geschichte der Ortsteile der Gemeinde erklären. Dazu kommt natürlich, dass bisher ein Rosskamm in keinem anderen österreichischen Gemeindewappen vorkommt, und darüber hinaus ist kein anderes Gemeindewappen mit diesem Schmuckstück aus Messing bekannt.“

Diesen Überlegungen schloss sich die Ortsbevölkerung und auch der Gemeinderat an, sodass das nunmehr vorliegende Wappen als jenes der Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen gewählt wurde und von der Burgenländischen Landesregierung genehmigt wurde.

Geschichte – Loipersdorf

Die Gründung des von Anfang an deutschen Dorfes dürfte spätestens gegen Ende des 13. Jahrhunderts erfolgt sein. Die Benennung der Ansiedelung ist wahrscheinlich auf einen Kolonistenführer namens “Luitpold“ zurückzuführen.

Im Jahr 1334 scheint der ungarische Name “Lipotfalva“ erstmals urkundlich zum Besitz der Familie Köveskuti gehörig auf.
In Geschichtlichen Aufzeichnungen des 15. Jahrhundert finden wir Loipersdorf im Besitz des Wilhelm Baumkirchner unter der Herrschaft Schlaining.

1527 schenkte König Ferdinand I. dem Türkenhelden Franz I. v. Batthány dieses Gebiet, das in der Folge unter ungarische Herrschaft kam. Das Dorf Loipersdorf wurde 1652 vom damaligen Grundherrn Adam Batthány an die “freiherrliche“ Familie derer von Rindsmaul verpfändet.

Die römisch-katholische Bevölkerung von Loipersdorf war damals der Pfarrgemeinde Kitzladen zugehörig. Die evangelischen Bewohner schossen sich nach dem Josephinischen Toleranzedikt des Jahres 1781 der Pfarre Markt Allhau an.

Um die Jahrhundertwende schaffte sich der Ort eine Glocke an; ab diesem Zeitpunkt gab der angestellte Glöckner auch Schulunterricht. Die Glocke hing in dem hölzernen Glockenhaus vor der Schule.

Nach der Befreiung der Untertanen aus ihrer Leibeigenschaft durch die Gesetze des Revolutionsjahres 1848 begann die Gemeinde im darauf folgenden Jahrzehnt einen Urbarialprozess gegen den Grundherrn, den Grafen Gustav Batthány in Rechnitz, um etwaige Grundstücksabtretungen und Ablösesummen der neu vermessenen und zusammengelegten Liegenschaften an die vormaligen Untertanen festzulegen. Die Streitparteien schlossen im Jahr 1863 vor dem Urbarialgericht in Steinamanger einen gütlichen Vergleich.

Beide Weltkriege zogen auch Loipersdorf arg in Mitleidenschaft. Nach 1945 erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung, der sich besonders durch die starke Bautätigkeit und den Ausbau der Verkehrswege bemerkbar machte.

Zum Vorteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung wurde ein Kommassierungsverfahren durchgeführt; weiters wurde eine Regulierung des Stögersbaches in die Wege geleitet, um Überschwemmungen vorzubeugen. Durch beide Maßnahmen hat die Gemeinde gleichsam ein neues, harmonisches Bild erhalten.

Geschichte – Kitzladen

Möglicherweise war Kitzladen schon um 850 n. Chr. Vom Slawenfürsten Chezilo gegründet worden und hatte dessen Namen getragen (“Chezilo-od-en“, Kitzladen). Eine erste historische Urkunde stammt aus dem Jahr 1334, in welcher der ungarische Adelige Paul Pousa Köveskuti u. a. auch mit dem Besitz der Ansiedlung unter dem Namen “Kecel“ betraut wird.

Die ursprüngliche ungarische Siedlung wurde von nachfolgenden deutschen Kolonisten in Urkunden als “Kitzlärn“ erwähnt, so im Jahr 1455 und auch später noch im Schlaininger Urbar von 1532.

Die Reformation hielt unter dem protestantischen Grundherrn Freiheer Balthasar Batthány frühzeitig ihren Einzug. Schon 1580 wird von einem flacianischen Prediger (protestantische Glaubensrichtung, die besonderes die Erbsünde betont) berichtet.

  • Wahrscheinlich hatte im Ort bereits eine katholische Pfarre bestanden, da später (1697) eine mittelalterliche Kirche (mindestens 15. Jahrhundert) erwähnt wird.
  • 1652 verpfändete Graf Adam Batthány die Dörfer Kitzladen und Loipersdorf an den Freiherrn von Rindsmaul, einem aus der Steiermark geflüchteten Protestanten.
  • Nach 1670 wurden beide Gemeinden weitgehend rekatholisiert.
  • 1729 fiel Kitzladen, im Gegensatz zu Loipersdorf, in den Besitz der jüngeren Linie der Batthány zurück.
  • Mit der Abschaffung des Untertanenverhältnisses im Jahr 1848 begann in den darauf folgenden Jahren eine Auseinandersetzung zwischen dem Grundherrn, Graf Christoph Batthány in Schlaining, und der Gemeinde Kitzladen, die 1866 durch einen gütlich abgeschlossenen Vergleich endete.

Beide Weltkriege forderten auch unter der Kitzladener Bevölkerung ihre Opfer. 1945 war der Ort Kampfschauplatz zwischen Deutschen und Russen; sieben Häuser wurden hierbei in Brand geschossen.
Nach dem Krieg machte sich allmählich auch in Kitzladen ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine Steigerung des Wohlstandes bemerkbar.

Jüngere Geschichte Loipersdorf-Kitzladen

Im Jahr 1971 wurden die früheren Gemeinden Loipersdorf und Kitzladen aufgrund des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes zur Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen vereinigt.

Die kommunalen Schwerpunkte lagen im Neubau der Volksschule, deren Einweihung 1976 erfolgte. Auch der Ortsbildgestaltung war besonderes Augenmerk gewidmet; so z. B. der Neugestaltung der Parkanlage am Hauptplatz 1975 und der Ortsdurchfahrt in Loipersdorf 1977.

Der Freizeitbereich erhielt durch die Errichtung von Tennisplätzen (1979) eine zusätzliche Bereicherung.

Für die Infrastruktur von Bedeutung war, durch den Bau von Trafostationen und Erdgasleitungen im Ortsteil Loipersdorf eine ausreichende Energieversorgung zu erhalten. In diese Zeit fällt auch die Neuerrichtung der Aufbahrungshallen in beiden Ortsteilen. Von wirtschaftlicher Bedeutung waren der Bau der Südostautobahn und die damit verbundene Errichtung der Autobahnstation Rosenberger.

Neben der Volksschule entstand ein Kindergarten; der Neubau des Feuerwehrhauses im Ortsteil Kitzladen ergänzte die Ausbauphase zur qualitiven Anhebung der bestehenden Gemeindeeinrichtungen.

1989 erfolgte die Verwaltungstrennung von Grafenschachen, und die Gemeinde entschied sich für den Bau eines eigenen Gemeinde- und Standesamtes. Das Objekt wurde nach nur fünf Monaten Bauzeit fertig gestellt und am 23. Dezember 1994 der Gemeinde übergeben. Die feierliche Einweihung erfolgte im Mai 1995; einige Monate später eröffnete die Gemeinde eine Bücherei. Der in Loipersdorf geborene Fußmaler Heinz Halwachs leistete mit einer Präsentation seiner Werke im Zuge der Eröffnungsfeier einen künstlerischen Beitrag.

1999 wurden in Loipersdorf ein moderner Bauhof und das angeschlossene Altstoffsammelzentrum eröffnet.

In den folgenden Jahren war die Gemeindevertretung bestrebt, die Infrastruktur weiter auszubauen. Schwerpunkte der kommunalen Tätigkeiten waren die Errichtung des Kanalnetzes, die Wasserversorgung in den neuen Siedlungsgebieten “Sandgrube“ in Loipersdorf und “Unterneufeld“ in Kitzladen und der Ausbau des Straßennetzes. Die Straßen in “Unterneufeld“ und “Sandgrube“ wurden asphaltiert und die Güterwege ausgebaut. Der Friedhofsparkplatz Nord in Kitzladen wurde fertiggestellt und die Stögersbachbrücke in Kitzladen saniert.

Einen zentralen Schwerpunkt stellt natürlich auch der Wohnbedarf in der Gemeinde dar. Neue Siedlungsgebiete wurden erschlossen, Wohnbauten errichtet und neue Bauplätze geschaffen.

Zu Beginn des Jahres 2004 waren die Planungsarbeiten für ein neues Gemeindezentrum, bestehend aus dem Feuerwehrhaus samt Garagen, Tenniskabinen, einer Arztordination und einem Mehrzwecksaal für kulturelle Veranstaltungen abgeschlossen, und der Bau konnte begonnen werden.
In weiterer Folge wurden Maßnahmen zur Ortsbildgestaltung bzw. Dorferneuerung gesetzt.

Die Ansiedlung bzw. Erweiterung heimischer Betriebe sicherte wichtige Arbeitsplätze im Ort.
Große Bemühungen strebte die Gemeinde an, den Landwirten die Möglichkeit zur “Aussiedlung“ zu geben, um Ställe, Silos und Nebengebäude zu errichten.
Der Sport- und Freizeitbereich erhielt durch die Gestaltung eines Skaterplatzes und die Erneuerung bzw. den Ausbau der Spielplätze zusätzliche Angebote.

Zeittafel

1. Jahrhundert nach Christus

Keltrisch-römische Siedlungen auf dem heutigen Gemeindegebiet von Loipersdorf-Kitzladen.  

um 850 nach Christus

Gründung von Kitzladen vom Slawenfürsten Chezilo.  

1334

Erste urkundliche Erwähnung der Orte Loipersdorf und Kitzladen Besitz der Familie Köveskuti.  

15. Jahrhundert nach Christus

Loipersdorf im Besitz der Baumkirchner/Herrschaft Schlainin.  

1527

Loipersdorf im Besitz der Batthyány.  

1652

Verpfändung der Dörfer Loipersdorf und Kitzladen an Freiherr von Rindsmaul.  

1729

Kitzladen fällt in den Besitz der jüngeren Linie der Batthány zurück.

1750

Loipersdorf im Besitz der Herrschaft Rechnitz.

1750

Errichtung der evangelischen Schule in Loipersdorf.

1912

Errichtung der katholischen Schule Loipersdorf.

1914-1918

Der erste Weltkrieg fordert seine Opfer.

1939-1945

Der zweite Weltkrieg wütet.

1971

Loipersdorf und Kitzladen werden zur Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen vereinigt.

1976

Eröffnung der neuen Volksschule.

1987

Eröffnung Autobahnraststätte Rosenberger (jetzt Landzeit).

1989

Verwaltungstrennung von Grafenschachen.

1992

Einweihung des Feuerwehrhauses in Kitzladen.

1995

Einweihung eines eigenen Gemeinde- und Standesamtes Neugestaltung des Kriegerdenkmles.

1996

Einweihung eines eigenen Gemeinde- und Standesamtes Neugestaltung des Kriegerdenkmles.

1997

Einweihung eines eigenen Gemeinde- und Standesamtes Neugestaltung des Kriegerdenkmles.

1998

Sanierung der evang. Turmschule in Loipersdorf.

1999

Eröffnung von Bauhof und Altstoffsammelzentrum.

2000

Eröffnung des Ramsar-Informationszentrums im Gemeindehaus.

2005-2007

Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Loipersdorf.

2006

Einweihung des Gemeindezentrums bestehend aus FF-Haus, Ordination, Tennisclub und Kultursaal.

2007

Rückhaltebecken Grabenwiesenbach